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Thread: W. Rathenau ber die nordische Rasse

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    Post W. Rathenau ber die nordische Rasse

    Ist eigentlich ein alter Hut, sollte aber trotzdem an diesem Ort einmal dokumentiert werden. Hier also die Stellen aus Walther Rathenaus "Reflexionen", wo er sich ber den nordischen Menschen auslt, von mir direkt abgetippt aus dem Original von 1908. Das Ganze ist eher dichterisch-intuitiven denn khl-wissenschaftlichen Geistes und gerade deshalb ungemein anregend und lesenswert.
    brigens hat sich Rathenau meines Wissens in den 20ern davon distanziert und gesagt, da er seine Ansichten gendert habe...


    Das Kainszeichen
    Die Dichter haben Kain zu rechtfertigen gesucht, gleich als habe der stolzere Bruder den behbigen Gottesknecht in edler Emprung erschlagen. Mit Unrecht; Kain war vor der Tat der Neidhart, nach der Tat ein Lgner; sein Verbrechen war vorbedachte Tcke; er war ein Meuchelmrder. Deshalb strafte ihn Gott mit Dem, was ihn sndigen machte: mit dem Fluche der Furcht. "Unstet und flchtig sollst du sein auf Erden."
    So ward er der Stammvater der von Furcht Gequlten und bis auf den heutigen Tag tragen seine Kinder den Stempel, den Jehovah ihm auf die Stirn brannte. Das Kainszeichen ist das Zeichen der Furcht. Die Thora wei ber dieses Zeichen nichts, und die Rabbinen schweigen. Wer aber die Schriftzge des menschlichen Antlitzes zu lesen versucht, Dem flammt das Mal entgegen; er kann es deuten und beschreiben.
    Was ist dies Zeichen? Nicht auf der Stirn, sondern dicht unter ihrem Aufstieg ist es zu suchen. Mit seinem Finger berhrte Gott die Stelle zwischen den beiden Augen und drckte sie nieder. So, da die Nase nicht mehr, in khnem Bogen der Stirn entspringend, die Augen trennte, sondern wehmtig hangend ihre Wurzeln tief, in der Verbindungslinie der beiden Augenwinkel befestigte. Aus dem Nasenansatz des Lwen, der breit und wuchtig aus der Stirn hervorquillt, wurde die spitze, dnne Nasenmndung des Affen, die ngstlich, weit hinter der Stirnflche aus der Nachbarschaft der Trnendrsen herabluft.
    Die Knstler haben Dies lngst empfunden. Michelangelos Brutus und alle Kpfe der Heroen tragen die Zge der Lwenstirn, alle Fratzen und Masken gemeiner Menschennatur den Stempel der Affen und Neger.
    Ist Dieses wahr: da ein sichtbar physiognomisches Zeichen den Furcht- und Zweckmenschen vom Furcht- und Zweckfreien scheidet, so mssen sich zahllose Fragen von Abstammung und Zusammengehrigkeit lsen, mu manches Rtsel von verflossenen Vlkern sich offenbaren.
    Hier sei nur eine - jngst erneuerte - Streitfrage, die nach dem wahren Wesen der Griechen, von ungefhr gestreift. Ihren Gttern und Hellenen gaben die hellenischen Knstler die reinen Zge mutvollen Adels. Auch die lteren, idealisierten Menschenbildnisse weisen die gtterhnliche Form. Als aber in spterer Zeit man hufiger vom Knstler die akzidentelle hnlichkeit des Portrts verlangte, da begannen die naturalistischen Bildnisse das Kainszeichen zu verraten, so da es scheinen mchte, als habe das Volk der Griechen in seiner Mehrzahl den Charakter des Furchtmenschen getragen.
    Woher stammten nun die Gtterzge? Waren sie eine Erinnerung an ein entschwundenes, durch Mischung aufgezehrtes Volk von olympischer Bildung?
    Ein Weiteres. Satyre und ihre Sippe von Wald- und Flurwesen wurden von jeher als Stirngezeichnete gebildet. Was bedeutet dies? Sollte neben jenem gttlichen Stamm ein alter tierisch gearteter von Furchtmenschen Berg und Dickicht bevlkert haben? Und waren diese Satyrmenschen wirklich die Erfinder der Pansflte und musikalischer Kunst? Liebten sie Tnze bei Abendschein, wie die nordischen Zwerge, und waren sie die ersten, die sich an "tragischen" Spielen erfreuten? War Marsyas Apolls Rival? Oder gar sein Lehrer?
    ///
    Es ist, als habe die ahnende Weisheit des Volkes das physiognomische Gesetz, von dem wir handeln, lngst empfunden. Man spricht im Deutschen von "hochnasigen" Menschen; und die Meinung ist, da dies sonderliche Wort Solche bezeichnet, die den Kopf hochmtig zurckgelehnt und somit die Nase als hchste Bekrnung tragen. Dagegen scheint, da der Volksmund von den hochhinaufreichenden Nasen der Furchtlosen spricht, und in diesem Sinne sei das Wort gedeutet.
    Den alten Adelsgeschlechtern des Abendlandes ist die hochnasige Gesichtsbildung eigentmlich; bei den unterworfenen, dienenden und arbeitenden Stmmen findet sie sich selten. Noch seltener vielleicht bei den Vlkern des Ostens und Sdens, bei Gelben und Schwarzen. Sollen Rassenhypothesen ausgesprochen werden, so mu man an einen nordischen Stamm denken, der durch epochale Verhltnisse zum Haupttrger dieser Bildung gezchtet, sein Abzeichen auf einige von ihm befruchtete Menschenarten vererbt htte. Und so wre man wieder bei jenem wunder- und geheimnisvollen Urvolk des Nordens angelangt, dessen blonde Hupter wir so gerne mit aller Herrlichkeit des Menschentums krnen. [...]

    Historie
    Alle Geschichte ist ein Kampf der Klugen gegen die Starken. Wo die Starken auftraten, da wurden sie Herrscher, und wo sie herrschten, da muten sie langsam, unmerklich und unausbleiblich der Maulwurfsarbeit ihrer schwachen und klugen Hrigen erliegen. Zhigkeit, schmachvolle Geduld, stets neu sich erzeugende berzahl auf seiten der Schwachen. Herrscherkraft, Zusammengehrigkeit, Adelsgefhl und Erblichkeit der Tradition war die Rstung der Starken. Wo die Starken herrschen, da gilt Disziplin, Tchtigkeit und Unkultur; wo die Schwachen regieren, wuchert Schwtzer und Tribunenherrschaft, Korruption und Genusucht. Das Regiment der Starken strzt, sobald es den Unterdrckten gelungen ist, die Atmosphre des Geistes mit ihrem Hauch zu erfllen: so fiel Rom nach dem Aufstieg des Christentums, Frankreich nach dem Zeitalter der Aufklrung. Daher ist es die Aufgabe der Starken, den ffentlichen Geist im Rckstand zu erhalten.
    Heutzutage ist die Welt der Abenteuer und Gefahren, der Kmpfe und Eroberungen, der Tapferkeiten und Herrschgewalten zerronnen. Unsere Welt ist eine Produktions-Vereinigung, eine Werkstatt, ein Mechanismus. Die Kraft des Armes vermag nichts mehr gegen Schwungrder und Panzierplatten; den Ausgang politischer und konomischer Transaktionen entscheidet nicht Tapferkeit und Gesinnung; Herrschertugend und Gewalt findet in Kurien und Mrkten keine Gefolgschaft. Die Macht unserer Zeit ist die Zahl; wir kennen keine Siege, sondern Erfolge; selbst im Krieg bedeutet Arbeit mehr als Bravouren. Die blichen Mittel des Erfolges sind: Kenntnisse: Das ist Geduld; Arbeit: Das ist Knechtschaft; Umsicht: Das ist Furcht; Streben: Das ist Zweckhaftigkeit. Lohn des Erfolges sind Gensse und Auszeichnung. Daher ist diese Zeit das Goldene Alter der Zweckmenschen.
    Die neue Epoche brach an, als der Boden Europas von befreiten Rassen und emanzipierten Hrigen zu wimmeln begann. Die enorm in der Zahl, malos in den Ansprchen wachsende Gesellschaft mute mit neuen Mitteln genhrt, gekleidet und unterhalten werden. Verkehr, Industrie und Technik brauchten Millionen Hnde und verteilten Millionen Glcklose. Da mute alle Autoritt verblassen und es triumphierte der liberale Gedanke mit dem Wahlspruch: "Wir knnen's auch" und "Wir sind nicht schlechter". Und zu derselben Zeit, als der Demos die Legitimitt, das Kapital den Feudalismus berwand, um die Wende des neunzehnten Jahrhunderts, das das brgerliche heien knnte, war der Sieg der Klugen ber die Starken vollendet.
    Vor allem sind die Grostdte der Welt die Behlter zweckfreier Geschlechter. Von Allen, die freiwillig diese steinernen Fleischtpfe bewohnen, kann man sagen, da es Menschen sind, die "Etwas wollen". Betrbsam lcherlich mssen daher die Bemhungen der Politiker, Kulturverfechter und Knstler erscheinen, die gegen die Windmhlenflgel der Symptome ausholen, weil sie die Triebkraft des Mechanismus nicht fassen knnen.
    Der Politiker will den Massen den Schatz ihrer Unzufriedenheit rauben, indem er extreme Ungerechtigkeiten abstellt, und versucht, das alte Gleichgewicht der Seelen dadurch zu erneuern, da er durch ideelle Werte und Selbstbeschrnkung den Mangel an materiellen Genssen zu kompensieren rt. Nur zu! denn es ist menschlich. Wren die Massen fhig, ein Glck aus sich zu erzeugen, zu glauben, zu vertrauen, zu verehren und zu entbehren, so wre das Problem nicht gestellt. Da sie es nicht sind, ist nicht ihr bser Wille und nicht ihre Schuld. Ihre Erscheinung bezeugt es, da ihr Blut zum Begehren, zur Ruhelosigkeit und zum Wollen gemischt ist. Und htten sie sonst durch krgliche knstliche Gensse sich in die gemauerten Hhlen locken lassen? Weder Erziehung noch Religionslehre, weder Gesetzgebung noch Zwang wird dieses Blut entmischen und den aufgezehrten Tropfen Germanentum beleben. [...]

    Ungeschriebene Schriften

    XCVIII. Diese Eigenschaften begleiten den Adel der Seele und sind identisch:
    Blick frs Wesentliche,
    Bewunderung,
    Vertrauen,
    Wohlwollen,
    Phantasie,
    Selbstbewutsein,
    Einfachheit,
    Sinnenfreude,
    Transzendenz.

    XCIX. Diese Eigenschaften verraten Sklavenseelen und sind identisch:
    Freude an der Neuigkeit,
    Kritiklust,
    Dialektik,
    Skeptizismus,
    Schadenfreude,
    Sucht, zu glnzen,
    Geschwtzigkeit,
    Verfeinerung,
    sthetizismus.

    CVI. Eine Tragikomdie des Geistes ist die Unterwerfung Platons unter Sokrates' Einflu. Der ritterliche blonde Phantast lernt Moral und Zweck von dem schwrzlichen Urbewohner, dem es gelungen ist, seine schlechten Instinkte durch unaussprechliche Energie und Intelligenz zu meistern. Siegfried vom fromm gewordenen Mime bekehrt!

    CX. Wenn man vom nordischen Ursprung der arischen Rasse ausgeht, so erweist sich diese als ein Ergebnis der schrfsten eliminierenden Zuchtwahl. Denn in dem klimatisch, vegetativ und faunisch gefhrlichsten und aufreibendsten Landstrich mute sie sich argwhnen, standhalten, berleben und verdrngen, bis sie ihn beherrschte und lebensertrglich schuf. Schwchere Urbewohner wurden aufgerieben und vertrieben, weil sie mit den Widerstnden der Natur nicht wuchsen; so haben sie zum Teil bis heute ihre vorzeitliche Existenz bewahrt.
    Und diese herkulische Kinderzeit whrte fr die Arier noch zwei Jahrtausende, nachdem die glcklicheren Stmme im Sden und Sdosten lngst mit Zivilisation behaftet waren.
    So ereignete sich im Grten, was sich spter im Groen vereinzelt wiederholte: bei Rmern und Preuen: Derjenige herrscht, der auf rauhstem Gebiet Existenz und Herrschaft erlernt hat.

    CXII. Was die alten Germanenstmme zum Widerstand gegen das Christentum trieb, war vielleicht die Unritterlichkeit des Erlsungsgedankens. Als freie Mnner sollten sie einem fremden Erlser mit dem Bekenntnis der Schuld sich zu Fen werfen und mit Freude und Dankbarkeit genieen, da ein anderer fr sie litt. Demut und Unterwrfigkeit sollten sie hher stellen als Mut und Entschlossenheit, gottselige Feiglinge und fromme Weiber sollten im Himmelreich neben ihnen sitzen.
    So begngte sich denn die Glubigkeit des deutschen Mittelalters, Christus als einen ritterlichen Helden zu verehren und alle Liebe und Andacht der reinen Gottesmagd entgegenzutragen.

    CXIII. Wenn man das biognetische Gesetz ber die Embryonalzeit bis in die Kinder- und Jnglingszeit erweitern drfte, so mte man fr die arische Rasse schlieen, da die helle Farbe, das glatte Haar lter sind als der straff aufrechte Gang und die hohe, schlanke Gestalt. Das jngste Kennzeichen wre die mutvolle Bildung des Nasenrckens.

    CXIV. Die Aufgabe kommender Zeiten wird es sein, die aussterbenden oder sich auszehrenden Adelsrassen, deren die Welt bedarf, von neuem zu erzeugen und zu zchten. Man wird den Weg beschreiten mssen, den ehedem die Natur selbst beschritten hat, den Weg der "Nordifikation". Krperliche, strapazise Lebensweise, rauhes Klima, Kampf und Einsamkeit.

    CXV. Eine neue Romantik wird kommen: die Romantik der Rasse.
    Sie wird das reine Nordlandsblut verherrlichen und neue Begriffe von Tugend und Laster schaffen. Den Zug des Materialismus wird diese Romantik eine Weile hemmen.
    Dann wird sie vergehen, weil die Welt neben der blonden Gesinnung des schwarzen Geistes bedarf und weil das Dmonische sein Recht will. Aber die Spuren dieser letzten Romantik werden niemals schwinden.

    CXVI. Solange wird alle Rassenlehre von Verzweifelten bekmpft werden, die sich vernichtet whnen: bis die Erkenntnis sich erhebt, da die freien Stmme nur dadurch adelig wurden, da sie die Furcht und das Begehren abtaten. Das mag jeder Einzelne in sich vollbringen.

    CXVIII. Ohnegleichen in der Geschichte ist die Vergeudung des jdischen Geistes in den letzten beiden Jahrtausenden. Das scharfsinnigste aller Vlker schttet die Geisteskraft von sechzig Generationen in den Abgrund systemloser, irrealer Kasuistik und Rabulistik.
    Hier wird der kosmische Wert germanischer Synthese und Transzendenz im Kontrast deutlich: ein Hauch dieser Richtkraft htte gengt, um die verworrenen Krfte zur Sonne der Wesentlichkeit zu weisen.

    CXIX. Das Seelenphnomen des jdischen Volkes ist der religise Wahnsinn. Er brach aus in der hundertjhrigen Angstperiode der assyrischen Kmpfe unter der paroxystischen Einzel-Erscheinung der Prophetie. Er erhielt das Volk whrend der babylonischen Helotie am Leben, die eine Vorschule der Diaspora bildete.
    Diese beiden furchtbaren Perioden haben das seltsame Volk sozusagen eingekocht und unlslich gemacht.

    CXXI. Strke und Reinheit der Abstraktion hat nur die germanischen Vlker zu der erhabenen Sinnlosigkeit gefhrt, das geliebte Weib zu bewundern und anzubeten.
    Alle anderen Rassen haben das Weib geliebt und geduldet, im besten Fall, wie die Juden und Grkoromanen, geliebt und geehrt.

    CXXIII. Der freiwillige, instinktive Respekt der Mange beruht ganz auf Rasseempfindung. Einer edlen weien Hand gehorchen sie lieber als klugen Argumenten.

    CXXIV. Ist das gegenwrtige Zeitalter ein technisches gewesen, will sagen: Hat es gelernt, mit Materie und Krften wirtschaftlich umzugehen, so wird das nchstfolgende das geographische genannt werden drfen. Denn es wird uns die Fhigkeit aneignen, Materie von den geeignetsten Stellen der Erde zu beschaffen.
    Im technischen Vordergrunde wird man die Schiffahrt und neue Verkehrsmittel sehen. In den politischen Vordergrund tritt die Aufgabe und Pflicht der echten okzidentalen Rassen, die Kontrolle und Herrschaft des Erdballs zu gewinnen und die der Verwaltung unfhigen Rassen zu enterben.

    CXXXI. Was bedeutet das: untergegangene Vlker? Die Vlker gehen nicht unter und sterben nicht, das Blut der Assyrer, gypter und Rmer lebt noch heute. Was heute herrscht und Geschichte schafft, liegt morgen am Boden und bildet die Unterschicht; die Bltter des Herbstes sind die Krume des nchsten Frhlings.
    Es stirbt die Herrschaft, die Physiognomie. Ein Volk scheint lebendig, solange es Eindringling und Eroberer bleibt, der nchste Eroberer verwandelt es in Humus, mit dem er schlielich sich selbst vermischt.
    Denn auch zu der Zeit, als jene Vlker historisch waren, besaen sie ihr Land nicht allein. Was wir die Zeit der Rmer nennen, war die Zeit, als Rmer die herrschende Schicht ihres Landes bildeten; nur zweischichtige Vlker - ein seltsames Wortspiel unserer Sprache - sind geschichtlich.
    Hat nun die untere Schicht die obere aufgezehrt, so ist es um Stammescharakter, Historie und Entwickelung geschehen. In unserer Zeit sind die verschwindenden Aristokratien die letzten Reste der oberen Schichtung; bald ist die Homogenitt erreicht, ein Zeichen, da wir reif sind, zu eroben oder erobert zu werden.
    Das Phnomen der Geschichtsbildung durch Eroberung und Schichtung knnte man als das Phnomen der Infiltration bezeichnen.

    CXXXII. Wenn zwei Flssigkeiten sich mischen, so befreit sich hufig ein Teil gebundener Energie als Wrme: Schwefelsure oder Alkohol in Wasser gegossen, erhitzen das Gemenge.
    Analog dieser Erscheinung ereignet sich das Phnomen der Kultur, wenn eine kraftvolle Oberschicht von einer unterworfenen Unterschicht aufgesogen wird. Auch diese Erscheinung ist entbundene Energie. Sie verluft in Etappen, die dem zunehmenden Mischungsverhltnis entsprechen und lt in ihrer Folge das archaische Phnomen, das Bltephnomen und das Barockphnomen hervortreten.

    CXXXIII. Aristokratie, Kriegerherrschaft, Kastengeist, transzendente Kultur sind die Erscheinungen eines zweischichtigen Volkes.
    Brgertum, Priester- und Beamtenherrschaft, Familienkult, traditionelle Kunst sind den Vlkern eigen, die durch Aufsaugung der Eroberer einschichtig geworden sind.

    CXXXVI. Unsere Epoche hebt die "Persnlichkeit" auf die hchste Spitze; dies ist folgerichtig, weil eine Grunderscheinung unserer Zeit die Rassenmischung ist, mithin die Verschwemmung des Charakters. Wir setzen Prmien auf denjenigen Atavismus, der eine der Mischungskonstituenten unserer Bevlkerungsmassen in verhltnismig reiner Form rekonstruiert.
    Kmen wir wieder zu reineren Rassen, so wrde die Aufhebung der Persnlichkeit durch das Rassenideal erstrebt werden. In dieser Lage befand sich der griechische Adel und befinden sich einzelne Aristokratien unserer Zeit.

    CXLII. Hellas war auch in der Hinsicht dem vorrevolutionren Frankreich vergleichbar, da eine verhltnismig kleine Zahl blonder Herren der Masse die Wage hielt.
    Das Volk liebte die Herren, erfreute sich ihrer Kultur und wehrte sich der bergewalt durch Ostrakismus. So erklrt sich die Doppelseele des Griechentums: ihre Hysterie, ihr Wankelmut und Trbsinn lag in den Massen, ihre Freiheit und Gre in den Oberen Zehntausend.
    Das Volk trug satyrhafte, der Adel apollinische Zge. Durch Solon, der semitische Verfassungen studiert hatte, wurde das untere Element hervorgekehrt, durch die Siege der Rmer das obere vernichtet.
    So erklrt sich das Unbegreifliche: da dieses Vok, die Blte der Mittelmeerkultur, mit einem Schlage zu wirken aufhrte, und da die Graeculi den Rmern zum Gesptt und zur Verachtung wurden.

    CLV. Man spricht mit Unrecht von der Phantasie des Orientalen. Der Orientale ist durchaus nicht phantasievoll oder phantastisch: er ist nur ein aufdringlicher Erzhler, der das Interesse des Hrers durch bertreibung erzwingen will. Aber seine bertreibung ist nicht Vertiefung des Charakteristischen, Groteske oder Karikatur, sie besteht in der nchternen Mechanik quantitativer Steigerung. Uns mag zuweilen das fremdartige, an sich farbige Wesen in bertriebener Darbietung phantastisch erscheinen: dieser Reiz ist nicht dem Geist des Schpfers zu danken.
    Phantasievoll sind die stillen Mrchen der Okzidentalen, die ganz im Realen, im Lebensinnern wurzeln. Der geringfgige Zauberspuk ist nur Rahmenwerk und wird ohne Erstaunen hingenommen, weil er immerhin ein Abbild tieferer Wahrheiten bleibt.
    Last edited by Nordgau; Saturday, December 6th, 2003 at 05:43 PM.
    Man ſei Held oder Heiliger. In der Mitte liegt nicht die Weisheit, ſondern die Alltglichkeit.

    SPENGLER

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