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View Full Version : The Bavarian Haberfeldtreiben : Early form of Protest and Demonstration during 18-19th century



Uwe Jens Lornsen
Tuesday, January 1st, 2019, 03:23 PM
As a Northerner , I don't have much knowledge about Bavarian Culture .

Today I stumbled on Wikipedia about the Oatfield Chase , an assembly of concerned locals on the countryside on some field , from where they marched to somebody's house , to pronounce sorts of social misbehaviour , committed by that person .

The people in the mob were given historic and fantasy names and titles , and they covered their faces , and brought rifles and noise making instruments , to intimate the person of concern . The accused person had to stay in the house during the happening , and no-one was actually shot .


It is apparently a mild form of selfjustice , some kind of public accusation , that had been tolerated by the authorities , but because of vandalism created by some members of the gathering , the acceptance decreased , and the mob had been send to prison by police and military .

The last documented real occurence of such Oatfield Chase had been in the first half of the 1890s .

As of current times , in the town of Benediktbeuren , there is at the Carnival Tuesday a Haberfeldtreiben part of the festivities .


Unfortunately just in German Language available , and additionally in Boarisch (Bavarian Dialect) :


Das Haberfeldtreiben ist ein heute nicht mehr gebräuchliches Rügegericht im Bayerischen Oberland, das vor allem in der ehemaligen Grafschaft Hohenwaldeck (in etwa die Gegend rund um Tölz, Tegernsee, Miesbach, Rosenheim und Ebersberg) ausgeübt wurde.

Dabei handelte es sich um ein nach mehr oder weniger festen Regeln ablaufendes Ritual, in dessen Verlauf den Beschuldigten in Versform ihre Verfehlungen vorgehalten wurden. In der Regel versammelte man sich auf Wiesen oder Hügeln in Hörweite der betroffenen Dörfer. Die Inhalte der „Treiben“ waren häufig sittlicher Natur (gemessen an den Moralvorstellungen des Volkes), ebenso oft aber wurden auch soziale oder wirtschaftliche (Un-)Taten gerügt.

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Die Haberer waren spätestens ab 1840 wegen der zunehmenden staatlichen Verfolgung streng organisiert. 100 Teilnehmer waren keine Seltenheit. 1893 in Miesbach sollen es etwa 350 gewesen sein. (Am Sammelplatz beim Stoibstadel wurde alleine an drei Stellen Bier ausgeschenkt.)

...

Nachdem die Obrigkeit die Haberer zunächst mit einem gewissen Wohlwollen, sozusagen als „Selbstreinigung“, betrachtet hatte, sah man sich schließlich gezwungen, energisch gegen sie vorzugehen und teils drakonische, oft mehrjährige Haft- und hohe Geldstrafen auszusprechen.

Seine Blütezeit erlebte das Haberfeldtreiben im 18. und 19. Jahrhundert. Zwischen 1700 und 1900 sind etwa 130 Haberfeldtreiben aktenkundig, die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen. Das erste nachweisbare Haberfeldtreiben war 1717 in Vagen.

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Im oberbayerischen Benediktbeuern wird jedes Jahr, im Rahmen des am Faschingsdienstag stattfindenden Maschkera-Umzuges, ein historisches Haberfeldtreiben dargestellt.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haberfeldtreiben