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View Full Version : Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents (1st Part)



Akerbeltz
Tuesday, August 10th, 2004, 03:10 AM
In vielen europäischen Fluss- und Ortsnamen stecken mit dem Baskischen verwandte Wörter. Die Namen wurden bald nach der letzten Eiszeit vergeben. In ganz Europa sind die Menschen noch heute mit den Basken, einem vorindogermanischen Volk, eng verwandt. In den folgenden Bei-trägen berichten Linguisten und Genetiker über Befunde zu dieser Theorie.


Von Elisabeth Hamel und Theo Vennemann

Ebersberg liegt malerisch im Alpenvorland über einem kleinen Fluss, der Ebrach. Hinter der kleinen Kreisstadt in Oberbayern erstreckt sich noch heute ein weites Waldgebiet. Dass der Ort seinen Namen wegen des Wildreichtums erhielt, erscheint einleuchtend. So führt er denn auch den Eber im Wappen.
Doch der heutige Sinn des Ortsnamens täuscht. Die Bezeichnung stammt ursprünglich nicht aus dem Mittelalter, und auch nicht aus keltischer Zeit, sondern vermutlich von den Vaskonen, Menschen, die den Landstrich bald nach der letzten Eiszeit von Südfrankreich aus besiedelten.

Viele Namen von Siedlungen, Flüssen, Bergen, Tälern und Landschaften in Europa dürften auf vorindogermanische Sprachen zurückgehen. Nach neueren Erkenntnissen finden sich dabei insbesondere Bezüge zur baskischen Sprache. Das spricht dafür, dass mit den heutigen Basken verwandte Völker einst beinahe ganz Europa bewohnten. Das waren eben die Vaskonen - nach der lateinischen Bezeichnung der Basken in der Antike.

Gleiches haben jetzt von den linguis-tischen Forschungen völlig unabhängige genetische Studien ergeben (siehe den Beitrag Seite 41). Danach sind die heutigen Basken keineswegs biologisch eine eigene, mit den übrigen Europäern wenig verwandte Randgruppe. Im Gegenteil: Ihr Erbgut findet sich in verblüffendem Grade in der gesamten europäischen Bevölkerung. Es ist kaum übertrieben zu sagen: Wir Europäer sind alle Basken.

Diese Befunde widersprechen früheren Auffassungen über die Besiedlungsmuster Europas der letzten zehn- bis fünfzehntausend Jahre - also seit der letzten Eiszeit (deren letzter Höhepunkt vor 20000 Jahren war). Es gab viele Versuche, zu erklären, woher die heutigen Europäer und ihre Sprachen stammen.

Die Basken nahmen dabei immer eine Sonderstellung ein. Ihre Sprache ist nicht indoeuropäisch, und es gab die verschiedensten Vermutungen über ihre Herkunft, so auch darüber, ob sie alteingesessen sind oder - über Land oder auf dem Seeweg - eingewandert waren. Die Wissenschaftler sahen keine Verwandtschaft mit den übrigen Europäern. Denn diese sollten nach bisheriger Ansicht überwiegend Nachfahren von erst in
den letzten zehntausend Jahren zugewanderten Menschengruppen sein, die aus Zentralasien oder dem Nahen Osten stammten und Landwirtschaft und indoeuropäische Sprachen mitbrachten. Man glaubte, die Indoeuropäer hätten durch ihre überlegene Zahl die eingesessene Bevölkerung verdrängt oder absorbiert.

Sprachforscher erkannten schon im 19. Jahrhundert, dass die Namen vieler unserer Flüsse, Bäche und Seen sehr alt sein müssen. Sie stellten überdies bereits vor langem fest, dass Urbevölkerungen die geographischen Gegebenheiten in der Regel schlicht topographisch als ,Fluss‘, ,Berg‘, ,Wasser‘ bezeichnen, dass die Namen also ursprünglich nichts anderes bedeuteten als das Bezeichnete selbst, und dass spätere Populationen diese Bezeichnungen übernahmen, ohne aber den Sinn zu verstehen. Im Einzelfall ist für Europa allerdings oft schwer erkennbar, aus welchen alten Sprachschichten die heutigen Benennungen in ihrem Kern stammen.

Siedlungsnamen hingegen gelten oft als wesentlich jünger. Viele entstanden nach Ansicht mancher Forscher erst in historischer Zeit, den angeführten Quellen zufolge vielfach erst im Mittelalter.

Für Namen von Flüssen und anderen geographischen Gegebenheiten gilt die Regel, dass sie umso älter sind, je häufiger man sie antrifft. Europaweit enthalten auffallend viele Bezeichnungen gerade von Gewässern einen ähnlichen Wortkern. So gibt es die al-/alm-Namen, beispielsweise in Aller, Alm oder auch Elz, die früher Alantia hieß. Eine andere Gruppe sind die var-/ver-Namen, die sich beispielsweise in Werre oder Warne finden. Ebenso zahlreich sind sal-/salm-Namen, wozu neben vielen anderen die Saale zählt. Nach neueren Forschungen gibt es auch eine große Gruppe von is-/eis-Namen wie Isar und Eisack und ur-/aur-Namen wie Urach und Aurach.

Dasselbe gilt aber auch für viele Ortsnamen. Das deutsche Postleitzahlenbuch verzeichnet sieben Gemeinden mit dem Namen Ebersberg. Neun Orte heißen Ebersdorf, 16 Ebersbach. Insgesamt 80 Orte sind angeführt, die mit dem Element eber beginnen, von Eberau bis Ebertsheim.

Akerbeltz
Tuesday, August 10th, 2004, 03:22 AM
Lebende Sprachfossilien
Auch in Frankreich liegen Orte mit dem entsprechenden Namenelement zu Dutzenden. Bedingt durch den anderen Sprachraum klingen sie für uns zwar etwas anders. Doch Ebréon, Ibarolle, Evrune, Ivry, Ivors, Averdon, Avricourt, Avrolle, Yvré und viele mehr lassen sich, soweit wir dies bisher untersucht haben, auf dieselbe Sprachwurzel zurückführen. Allerdings würde kein Franzose diese Städtenamen mit dem männlichen Wildschwein verbinden. Denn auf Französisch heißt der ,Eber‘ sanglier.
Dass Siedlungsnamen nördlich der Alpen quer durch Europa bis nach Großbritannien und Südskandinavien ein überraschend einheitliches Gepräge aufweisen, war bereits Mitte des letzten Jahrhunderts vor allem dem Tübinger Indogermanisten Hans Krahe (1898-1965) aufgefallen. Er hielt diese Namen für "Fossilien ... einer älteren und oft längst vergangenen Zeit" und suchte ihre Wurzeln in alten indoeuropäischen Sprachen.

Diese Herleitungen waren allerdings oft nicht zufrieden stellend. Außerdem traten die Indogermanen - oder nach internationaler Nomenklatur Indoeuropäer - erst relativ spät auf. Nach einer Theorie des englischen Archäologen Colin Renfrew waren sie mit den ersten europäischen Ackerbauern identisch, mit denen in Europa die Jungsteinzeit - das Neolithikum - einsetzte.

Wenn man schon annimmt, dass Gewässer- und sonstige geographische Namen von früheren, verschwundenen Bevölkerungen stammen, sollte man für Europa auch die frühesten Siedler in Betracht ziehen, die gleich nach der letzten Eiszeit auftauchten. Die Ackerbauern begannen erst vor circa 7000 Jahren auf dem Kontinent nach Mitteleuropa vorzudringen. Lange davor wurden aber die in der letzten Eiszeit völlig unwirtlichen Gebiete wieder besiedelt. So ist die früheste den Archäologen bekannte dauerhafte Besiedlung nach dem Höhepunkt der letzten Vereisung im Raum Freiburg, der so genannten Toskana Deutschlands, über 18000 Jahre alt. Sicherlich hatten schon diese Menschengruppen, die Alteuropäer, die Flüsse und Örtlichkeiten ihrer Umgebung benannt. Man darf deshalb nicht ausschließen, dass manche der Eigennamen bereits auf diese frühe Phase zurückgehen. Noch in unserer Zeit ließ sich in vielen Fällen beobachten, wie zugewanderte Menschengruppen in verschiedensten Regionen der Welt geographische Bezeichnungen der Urbevölkerung übernahmen und sie allenfalls entsprechend ihrer eigenen Sprache etwas abwandelten, ohne allerdings den Sinn des Wortes zu verstehen.

Zu der Theorie, die Indoeuropäer hätten die alten europäischen Gewässernamen geprägt, passt auch nicht, dass in Spanien einige Bäche und Flüsse Namen mit den gleichen Wortelementen tragen wie in Europa nördlich der Alpen. Denn so weit nach Südwesten gelangten die Indoeuropäer erst im letzten Jahrtausend vor Christus. Einige dieser iberischen Gewässernamen leiteten Linguisten schon früher von mit dem Baskischen verwandten Wörtern her. Nach der hier vorgestellten Theorie sind auch Gewässernamen im übrigen Europa ähnlich zu deuten. Im baskischen Wortschatz finden sich nämlich die charakteristischen Wortelemente - is, ur und ibar -, die in vielen Namen europäischer Gewässer stecken. Sie tragen darin alle eine Bedeutung in Zusammenhang mit Wasser oder natürlichen Gewässern.

Einen weiteren Hinweis auf das Baskische geben die Vokale in diesen Namen. Fast die Hälfte unserer alten Gewässernamen beginnt mit einem Vokal. Am häufigsten ist dies (teilweise nur noch in einer früheren Namenform) ein a, und die Namen enthalten auch sonst sehr oft den Vokal a. Auch i und u kommen in Gewässernamen zahlreich vor. Dies alles ist für das Alt-Indoeuropäische untypisch. In ihm waren Vokale am Wortbeginn selten, und die häufigsten Vokale waren e und o. Im Baskischen fängt dagegen etwa ein Drittel der Wörter mit einem a an, und viele enthalten im Innern ein oder mehrere a. Auch i und u am Wortbeginn sind häufig.

In den letzten Jahren wurde am Münchner Lehrstuhl für Germanistische und Theoretische Linguistik auf die gleiche Weise die Herkunft von Siedlungsnamen untersucht - und auch da ist die Beziehung zu Wörtern oder Wortelementen des Baskischen oft leicht herzustellen. Soweit dies bisher überprüft ist, stoßen wir immer wieder, besonders bei Orten in günstiger Lage, für die darum ein hohes Alter angenommen werden kann, auf baskische Vokabeln für natürliche geographische Gegebenheiten, also auf topographische Wörter.

Oft, aber nicht immer, steckt in den Namen der Gewässer und der Landschaftsstrukturen ein altes Wort, das ,Wasser, Gewässer‘ bedeutet beziehungsweise die Landschaftsform bezeichnet. Kommen wir auf das Beispiel der eber-Namen zurück. Einer der französischen eber-Orte, Ibarolle, liegt in einem Pyrenäental. Weil das baskische Wort ibar ,Tal, Flussmündung‘ bedeutet, gaben Linguisten diesem Ortsnamen schon früher die gleiche Bedeutung.

Die Ebrach, an der das oberbayrische Ebersberg liegt, heißt in diesem Sinne schlicht ,Fluss‘ - genau genommen ,Fluss-Fluss‘, denn das spätere Anhängsel ach ist einfach das süddeutsche Wort ,Fluss‘ (es ist mit dem lateinischen Wort aqua ,Wasser‘ verwandt). Nach unserer Auffassung heißt die Ansiedlung nach dem Fluss (siehe Bild oben). Viele der eber-Orte wurden entsprechend, soweit wir dies bisher untersucht haben, schon vor Jahrtausenden von einer vaskonischsprachigen Bevölkerung benannt. Dabei wurde die Bezeichnung für das Gewässer oder die Landschaft in den Namen integriert.

Jahrtausende später wandelten Menschen mit einer anderen Sprache den Namen in einer Weise um, dass er für sie einen Sinn bekam: Aus baskisch ibar, genauer gesagt aus dem verwandten Wort einer vaskonischen Sprache, wurde dann im Deutschen schließlich der Namensbestandteil Eber der Fluss- und Siedlungsnamen.

In gleicher Weise lassen sich viele andere häufige Ortsnamen durch einen Bezug zu einem Gewässer erklären. Da sind beispielsweise die vielen Bezeichnungen, die offenbar das vaskonische Element is enthalten. Im Baskischen bedeutet diese Silbe, die in zusammengesetzten Wörtern vorkommt, ,Wasser oder Gewässer‘. In Bayern gibt es etwa die Orte Ismaning (früher Isamaninga), Isen (an der Isen, früher Isana) und Eisolzried (früher Isoltesried), in der Schweiz die Orte Isen und Isel.

Wir haben jedoch auch Namen gefunden, die sich nicht auf einen Naturnamen für ein Gewässer beziehen. Die Basken haben das Wort aran; es bedeutet ,Tal‘. Namengebungen mit diesem Wortelement sind über ganz Europa verteilt. In Südengland etwa liegt die Stadt Arundel, in Norwegen - und auch in Schweden - ein Arendal. In Deutschland gibt es einige Dutzend Orte wie Arnach, Arnsberg, Arnstern, Arensburg, Ahrensburg. Auch Ohrenbach im Odenwald, das früher Aranbach hieß, rechnet hierzu, ebenso das oberpfälzische Mohrenstein, früher Marnstein (am Arnstein).

Manche dieser Orte sollen laut volkstümlicher Überlieferung nach Personen benannt sein, etwa einem Arno. Nun kommt dies allerdings eher selten vor, denn in der Regel erhielten Menschen ihren Namen nach ihrem Herkunftsort und nicht umgekehrt. Andere Arn-Orte heißen angeblich nach dem Aar, dem ,Adler‘ (althochdeutsch arn).

Den vollständigen Artikel von Elisabeth Hamel </spektrum/index.php?action=autor&autor_id=2937> und Theo Vennemann </spektrum/index.php?action=autor&autor_id=2938> über "Vaskonisch war die Ursprache des Kontinents" finden Sie ab Seite 32 in der Mai-Ausgabe 2002 von Spektrum der Wissenschaft

GORA EUSKAL HERRIA ASKATU ETA NAZIONAL SOZIALISTA!!!!!


DES LAND DER BASKEN DER HEIMAT DER ÄLTESTEN UND REINSTE EUROPÄER!!!

Dr. Solar Wolff
Tuesday, August 10th, 2004, 06:22 AM
In North America we have many names which were originally Indian names. It is almost certain that the Germans adopted older Keltic names as they expanded. This must be some sort of universal principle of name adoption. This is quite a leap, though, assuming un-German, un-Keltic or un-Romance names to be of Basque-like people from way back to the last glacial. Following this line or reasoning, some of these names should actually be Neanderthal place names which were adopted by the incoming UPs. This article does warrent some thought nevertheless.